Kevin allein zu Haus

Homeschooling macht mit E-Learning für Schüler und Lehrer Spaß

Junge beim Homeschooling

Es ist zehn Uhr morgens und Kevin, 14, ist allein zu Hause.  Er liegt auf seinem Bett in seinem Kinderzimmer, neben dem Kopfkissen krümeln Kekse, ein Glas Milch steht auf dem Holzboden, die Playstation blinkt. Seine Eltern arbeiten und sind nicht da. In der Küche steht noch das geöffnete Nutellaglas und das verschmierte Brötchenmesser liegt auf dem Tisch. Kevin kommt gut allein zurecht. Jetzt, in seinem Bett, hat Kevin seine Kopfhörer auf und blickt konzentriert auf seinen Laptop. Kevin macht Homeschooling.

Homeschooling, im Corona-Jahr 2020 ein Novum, kontrovers diskutiert, zu Teilen wenig erfolgreich, mit hoher Belastung für Eltern, Lehrer und Kinder ist an Kevins Schule schon jetzt Alltag geworden. Die Digitalisierung, die von allen Seiten beschworen und in großer Selbstkritik von den Bildungsministerien verschlafen wurde, hat in Kevins Schule Wurzeln geschlagen.

Kevins Gymnasium startet 2020 mit einer Plattform, von der Schüler Aufgaben, Lehrmaterialien und Lehrerbriefe herunterladen. Doch das ist aus Sicht von Kevins Gymnasium nur ein erster kleiner Schritt. Die Möglichkeiten des virtuellen Klassenzimmers sind vielfältig, die Erfahrungen in technikbasiertem E-Learning aber minimal, und keiner der Lehrkräfte wusste: Wo fangen wir an? Die Direktorin holt Work | Life | E-Learning ins Boot.

In einem ersten gemeinsamen Workshop mit der Schulleitung werden Ideen generiert, Ziele definiert und ein erstes Grobkonzept entwickelt. Schon nach diesem ersten Tag eröffnen sich für die Schulleitung die Vielzahl der Möglichkeiten von E-Learning, die den Schulalltag bereichern und allen das Leben erleichtern. 

Im Workshop mit dem Kollegium wird ein gemeinsamer Plan verabschiedet, auch die älteren Kollegen fühlen sich integriert.

In dem Pilotprojekt  „Das virtuelle Klassenzimmer“, an dem zunächst zwei Lehrer teilnehmen, werden Teile des aktuellen Lehrplans untersucht und auf ihre Chancen für E-Learning geprüft. In Folge werden drei Erklärvideos produziert. Dazu passend bekommen die Schüler drei Online-Selbstlern-Aufgaben, ergänzt durch passende Lernvideos aus dem Internet. Der Online-Wissenstest hilft den Schülern parallel zu prüfen, ob alles verstanden wurde. Diesen Online-Wissenstest kontrollieren die Lehrer und sprechen die Schüler mit schlechten Ergebnissen per E-Mail an.

In Arbeitsgruppen bekommen die Kinder danach die Aufgabe, zu einem Thema unter einer bestimmten Fragestellung eine Präsentation zu erstellen und diese zu vertonen. Die insgesamt vier Präsentationen der Klasse werden zum Abschluss jedem Schüler und jeder Schülerin vorgestellt, der oder die dazu online ein 1-5 Sterne Feedback gibt.

Alle produzierten Formate werden im Anschluss dokumentiert und weiteren Klassen und Lehrerkollegen zur Verfügung gestellt.  

Parallel arbeitet das Team von Work | Life | E-learning die Lehrer in das Thema Online-Präsentation ein, damit jeder und jede der Kollegen souverän online seine Inhalte präsentieren kann.

Nach diesem ersten Testballon war die Überzeugung groß, dass E-Learning den Schulalltag sinnvoll ergänzt. Die zwei involvierten Lehrer planten weitere E-Learning-Einheiten, viele andere Kollegen zeigen sich interessiert.

Und Kevin? Ihm macht Schule von zuhause Spaß: Er sagt, er muss nicht so früh aufstehen, er kann auch mal vom Bett aus lernen. Aber der Kontakt zu den Lehrern und Schülern fehlt natürlich, daher möchte Kevin dauerhaftes Homeschooling auf keinen Fall gegen die Schule tauschen. Als Alternative und Ergänzung findet er E-Learning aber super!